Update! ÖPNV: Verwirrung um Fahrplan der NordWestBahn
Ab Dezember 2010 wird die NordWest Bahn (NWB) die Zugverbindungen auf der Strecke Bremen – Nordenham übernehmen. In einem Bieterwettbewerb konnte die NWB sich gegen die Konkurrenz der Deutschen Bahn (DB) durchsetzen.
Doch jetzt kam es zu Verwirrungen durch einen Presseartikel der SPD Brake. Auf einer Vorstandssitzung wurde über den neuen geplanten Fahrplan der NWB diskutiert und dies veranlasste Ingo Logemann, als Vorsitzender der SPD Brake, zu einer Stellungnahme. Zunächst begrüßen die Sozialdemokraten die Sanierung der Bahnstrecke und die Zusage der Bahn, den Braker Bahnhof mit einem behindertengerechten Fahrstuhl auszustatten. Ebenso erfreut seie die SPD darüber, dass der Bahnhaltepunkt Kirchhammelwarden in greifbare Nähe gerückt ist. Letzteres ist im übrigen maßgeblich durch die CDU/GRÜNE-Gruppe im Stadtrat vorangetriebenes Projekt.
Kritik an neuem Fahrplan der NWB

Kritische Töne schlägt der SPD-Vorsitzende Ingo Logemann an, als er vom neuen Fahrplan der NordWest Bahn spricht. Nach Aussagen der SPD habe die NWB eine Ausdünnung des Fahrplans, besonders am Wochenende angekündigt. Dies sei kein sinnvolles Angebot im ÖPNV. Die SPD geht davon aus, dass ein Angebot auch eine Nachfrage schafft. Und verweist auf den Erfolg des Wesersprinters. Logemann verweist darauf, dass er die Stadtverwaltung bereits aufgefordert habe, bei der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) vorzusprechen und die Ausdünnung zu verhinden. Für Logemann sind die Veränderungen ansonsten “dummes Zeug.”
LNVG und CDU/GRÜNE widersprechen der SPD
Verwunderung rief die Erklärung und Forderung der SPD bei der CDU/GRÜNE-Ratsgruppe hervor. Diese habe andere Informationen, über die zukünftigen Fahrpläne der NWB.
„Im Wirtschaftsausschuss und zusätzlich auf Nachfrage bei der Nordwestbahn wurde berichtet, dass es zu keinen Zugstreichungen kommen wird”, stellt Hans-Otto Meyer-Ott (Grüne) klar. Für ihn und die Ratsgruppe sei es unverständlich, „warum in der Öffentlichkeit Ängste geschürt werden.”
Auch die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) widerspricht der SPD. Der LNVG Bereichsleiter Planung und Koordination Klaus Weisbrich erklärt gegenüber der Kreiszeitung Wesermarsch:
“Es fahren künftig mehr Züge als heute.”
Im Frühjahr 2010 werde darüber entschieden, wie der Fahrplan 2011 aussehe. Wieviel Züge genau mehr auf der Strecke eingesetzt werden kann daher noch nicht gesagt werden. Doch schon jetzt ist bekannt, dass der Fahrplan verbessert wird. Claus Plachetka (CDU) erklärt hierzu:
„Zukünftig wird sogar eine zusätzliche Verbindung am Vormittag geschaffen und damit das Angebot verbessert.”
Die Wochenendverbindungen sind für die CDU/GRÜNE-Ratsgruppe deshalb besonders wichtig, da sie die touristischen Angebote der Region vernetzen.
Einigkeit bei der Ausstattung
Einig sind sich SPD und CDU/GRÜNE bei der Ausstattung der Züge mit Fahrkartenautomaten und Entwertern. Dies sei für beide eine sinnvolle Verbesserung des Service-Angebots und könne auch Vandalismus am Bahnhof vermeiden helfen. Der Landtagsabgeordnete Björn Thümler (CDU) hat sich bereits bei der LNVG für diesen Vorschlag stark gemacht. Er fordert, dass ab Dezember 2010 die Züge, die im Netz der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen verkehren, mit Automaten und Entwertern ausgestattet werden. Die LNVG hingegen weigert sich, da alle Haltepunkte bereits über stationäre Fahrkartenautomaten und Entwerder verfügen, bzw. die Ausstattung mit diesen vorgesehen ist. Bei großen Fahrgastaufkommen würde es lange dauern, bis alle ihren Fahrschein im Zug gelöst hätten. Dies zeige die Erfahrung der LNVG.
Angst vor “schwarz” Fahren
Die LNVG entkräftet die Befürchtung, dass jemand als “Schwarzfahrer” gelten könnte, der auf Grund eines defekten Automaten oder Entwerters keinen gültigen Fahrschein habe. Die Automaten würden an ein Überwachungssystem der NordWest Bahn angeschlossen, über das auch die Zugbegleiter über Störungen informiert werden.
Mehr Zugbegleiter
Die CDU/GRÜNE-Ratsgruppe geht zudem davon aus, dass in den Zügen zukünftig auch mehr Personal anzutreffen sein wird. “Derzeit sieht man zwischen Brake und Bremen nur sellten einen Zugbegleiter”, so Claus Plachetka (CDU). Auf der Strecke zwischen Wilhelmshaven und Osnabrück dagegen gibt es derzeit keinen Zug mehr ohne Begleiter. Damit hätten die Kunden stets ihren Ansprechpartner unterwegs, wenn es beispielsweise um Anschlussverbindungen geht, oder ein Taxi zum Bahnhof bestellt werden soll. “Dieses Mehrangebot an Service und Sicherheit sollte spätestens ab Dezember 2010 auch für unsere Strecke selbstverständlich sein”, fordert der CDU-Ratsherr. Er sei optimistisch, dass NordwestBahn und Landesnahverkehrsgesellschaft im kommenden Jahr hier keine Abstriche in der Qualität machen werden.
!Update! Pro Bahn äußert sich und widerspricht der SPD
Der Fahrgastverband Pro Bahn widersprecht in der heutigen Ausgabe der NWZ ebenfalls den Ausführungen der SPD Brake. Eckard Ritter von Pro Bahn, Regionalverband Oldenburg, erklärt hierzu:
“Der Takt wird in beiden Richtungen verbessert”
Ritter ist auch Vertreter des Landkreises Wesermarsch im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN). Er hatte sich vorab nochmals bei dem neuen Streckenbetreiber NordWest Bahn über die zukünftige Taktung informiert. Der Streckenbetreiber plane demnach eine Taktverdichtung, auch am Wochenende.

