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Entlassungen im Braker Hafen

Submitted by on 23/09/2009 – 15:32No Comment | 3,795 views

niedersachsenkaiNatürlich wird auch Brake nicht von  der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise verschont. Schon gar nicht der Hafen, der auf Exporte und damit die ausländische Nachfrage angewiesen ist. Die Auswirkungen der Krise zeigen sich insbesondere im Holzumschlag mit Nordamerika, der seit 2008 auf 20%  gesunken ist. Aber auch  der Zellstoffumschlag ist um 25% gesunken, der Eisen- und Stahlbereich sogar um 45%.

Deshalb ist die Nachricht der Firma J. Müller Breakbulk Terminal, dass nun wahrscheinlich 55 Mitarbeiter entlassen werden,  nicht verwunderlich. Derzeit sind in dem Unternehmen 165 Mitarbeiter und 15 Auszubildende beschäftigt. Mit dem Betriebsrat soll jetzt über ein Sozialplan verhandelt werden, der Vorschlag der Geschäftsführung wird den Mitarbeitern am Montag (28.09.2009) erläutert. Der Sozialplan umfasst Entlassungen, Einschnitte bei Tarifen und Gehältern und das Einfrieren der betrieblichen Altersversorgung.

“Unser Ziel ist es, mit dem Betriebsrat in den Verhandlungen über einen Interessensausgleich und Sozialplan zu einer tragfähigen Lösung für die nächsten drei bis vier Jahre zu kommen”, betont Jan Müller, Geschäftsführer der J. Müller Breakbulk.

Schon seit sieben Monaten gibt es bei J. Müller Breakbulk Kurzarbeit. Dies sei auf Dauer jedoch zu teuer, da nur der reine Schichtlohn ersetzt würde. Sonderleistungen können dadurch nicht abgefedert werden. Das Kerngeschäft ist seit sieben Monaten unterbeschäftigt, mit insgesamt 7186 Schichten oder auch 57 Mitarbeitern.

Auch für 2010 sieht die Prognose nicht rosig aus. Die Firma geht davon aus, dass der Umsatz nicht gesteigert werden kann und sich auf dem Level von 2009 bewegen wird. Zusätzlich negativ beeinflusst wird das Geschäft durch einen verschärften Wettbewerb und dem daraus resultierenden Ratenverfall bei Umschlagsentgelten. Die Konkurrenz hat günstigere Tarifstrukturen.

“Wir wollen keine Bremer Verhältnisse, wir hoffen auf die Bereitschaft der Gewerkschaft Verdi zu Verhandlungen über Struktur- und Tarifanpassungen,” erklärt Jürgen Huntgeburth, ebenso Geschäftsführer bei J. Müller Breakbulk Terminal.

Die J. Müller Unternehmensgruppe beschäftigt insgesamt 400 Mitarbeiter und möchte auch in Zukunft in den Standort Brake investieren. Durchschnittlich 7,5 Millionen Euro pro Jahr habe die Unternehmensgruppe in den letzten 15 Jahren am Standort investiert.

“Wir stehen zu den Arbeitsplätzen,” so Jan Müller.

Das ist ein Bekenntnis zum  Standort und grade auch in der Krise ein wichtiges  Signal. Ein Licht am Ende des Tunnels oder eher der Krise.

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